Schenkendöbern. Wenn Eichenlaub duftet, frische Blumen an Sensen und Harken leuchten und Blasmusik die Felder erfüllt, dann ist es wieder Zeit für das traditionelle deutsch–polnische Erntefest in Schenkendöbern. Am Wochenende des 8. August wurde diese festliche Veranstaltung erneut zu einem beeindruckenden Zeichen gelebter Nachbarschaft zwischen Schenkendöbern und dem polnischen Ort Grabice.
Schon am Freitagabend begann das Fest mit einem liebevollen Brauch: An der Feuerwehr in Schenkendöbern trafen sich deutsche Gastgeberinnen und Gastgeber mit ihren polnischen Gästen aus Grabice, um gemeinsam die Sensen und Harken zu schmücken. Jedes Paar verzierte sein Arbeitsgerät mit Eichenlaub und bunten Blumen, oft begleitet von erfahrenen Mitgliedern der älteren Generation, die wertvolle Ratschläge und Geschichten weitergaben. Auch die Festkutsche wurde unter vielen Händen mit Laub und Blumen in ein farbenprächtiges Schmuckstück verwandelt. Dieses Miteinander symbolisierte, wie aus vielen Einzelbeiträgen eine gemeinsame Pracht entsteht.
Am Samstag versammelten sich alle Teilnehmer um 15 Uhr auf dem Festgelände an der Gemeindeverwaltung, um die letzte Mahd vorzubereiten, den Höhepunkt des Festes. Noch bevor der bunte Umzug startete, entstand ein großes Gruppenfoto, das die Verbundenheit zwischen Schenkendöbern und Grabice eindrucksvoll zeigte. Um 15:30 Uhr setzte sich der farbenfrohe Zug von der Gemeindeverwaltung mit Vogt Christian Bähr an der Spitze und begleitet von der lebhaften Blasmusik der „Spreewälder Landbuben“ über die Vorwerkstraße bis hinter die „alte Werkstatt“ in Bewegung.
Dort wurde nach alter Tradition zunächst der Lohn zwischen Vogt Christian Bähr und Vorschnitter Phillip Hoepfner ausgehandelt, ehe die Mahd für alle Schnitterpaare begann. Selbst der polnische Bürgermeister Szymon Naglik ließ es sich nicht nehmen, zur Sense zu greifen und sein Können unter Beweis zu stellen.
Gutsherr Ralph Homeister nutzte den festlichen Rahmen, um allen Helferinnen und Helfern seinen aufrichtigen Dank auszusprechen und hervorzuheben, welch großen Beitrag sie zum Gelingen der Ernte geleistet haben. Durch ihren tatkräftigen und verlässlichen Einsatz ist sichergestellt, dass im kommenden Jahr ausreichend Korn für Brot, Bier und die Neuaussaat zur Verfügung steht. Zur Stärkung bat der Gutsherr anschließend alle Schnitterpaare an den Feldrand, wo sie von den Mägden des Gutes mit frischen Quarkstullen versorgt wurden, die liebevoll zubereitet und verteilt wurden. Auch die Gäste kamen dabei in den Genuss, die herzhaften Quarkstullen zu verzehren.
Eine weitere Einladung richtete der Gutsherr an alle Schnitterpaare, Mägde und Gäste, die zum Tanz unter der Erntekrone auf das Gutsgelände gebeten wurden. Für die passende musikalische Begleitung sorgte die Neo-Party-Band, die mit ihrem abwechslungsreichen Programm für ausgelassene Stimmung und gute Laune sorgte.
Zwischen Mahd und Tanz bot das Fest zahlreiche Attraktionen, die für beste Unterhaltung sorgten. Den Auftakt machte die Blasmusik, die die Besucher stimmungsvoll einstimmte. Ein buntes Kinderprogramm mit der Clown-Rally-Show, Hüpfburg und Kinderschminken begeisterte besonders die jüngsten Gäste. So kamen sowohl Jung als auch Alt gleichermaßen auf ihre Kosten. Das familienfreundliche und integrative Fest präsentierte allen Gästen ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm, das zum Mitmachen und Verweilen einlud.
Auch der stellvertretende Landrat des Landkreises Krosno Ord., Ryszard Zakrzewski sowie der Ortsvorsteher aus Markosice, Daniel Zolotenko, ließen es sich nicht nehmen, persönlich vor Ort zu sein und gemeinsam mit den Besuchern das Erntefest zu feiern. So wurde ein gelungenes Beisammensein voller Dankbarkeit, Freude und Gemeinschaft erlebt.
Das jährlich wiederkehrende Erntefest ist eine schöne Gelegenheit, die deutsch–polnische Freundschaft zwischen Schenkendöbern und Grabice zu stärken. Dank der engagierten Ortsvorsteherinnen Edyta Zajkowska und Melanie Bähr hat sich diese Verbindung in den letzten drei Jahren stark entwickelt. Beide zeigen sich stolz über die mittlerweile fest verwurzelte gemeinsame Tradition, die im Erntefest ihren besonderen Ausdruck findet.
Zum Abschluss bedankten sich Jenny und Phillip Hoepfner sowie Melanie und Christian Bähr bei allen Mitwirkenden, Helfern, Sponsoren, der Gemeinde Schenkendöbern und der KITA Grano für die gelungene Veranstaltung. Ohne ihr Engagement wäre ein Fest dieser Art nicht möglich gewesen.
So bleibt das Erntefest 2026 in Schenkendöbern als ein Tag in Erinnerung, an dem Tradition und Gemeinschaft über Grenzen hinweg spürbar wurden – und bereits jetzt Vorfreude auf das nächste gemeinsame Erntefest wecken.
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